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Ratgeber

Steuern auf Prediction Markets in Deutschland

Wie werden Prediction-Market-Gewinne in Deutschland besteuert? Steuerliche Einordnung, Freibeträge, Dokumentation und Tipps vom Steuerexperten.

Marc Jakob
Senior Editor — Vorhersagemärkte · 1. Mai 2026 · 2 min Lesezeit

Steuern auf Prediction Markets in Deutschland

Kernaussage: Einkünfte aus Prediction Markets unterliegen in Deutschland der Besteuerung. Die konkrete Klassifizierung — ob privates Veräußerungsgeschäft, sonstige Einkünfte oder gewerbliche Tätigkeit — richtet sich nach Ihrer Handelsintensität und persönlichen Verhältnissen. Eine vollständige Nachverfolgung aller Transaktionen ist erforderlich.

Die steuerliche Würdigung von Gewinnen aus Prediction Markets in Deutschland stellt sich als vielschichtig dar und ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt. Dieser Überblick beleuchtet den gegenwärtigen Stand der Besteuerung und bietet konkrete Hinweise für Ihre Steuererklärung.

Grundsatz: Steuerpflicht besteht

Unabhängig von der genauen Charakterisierung von Prediction Markets — ob als Finanzprodukte, Glücksspielform oder sonstige Spekulationstätigkeit — sind Gewinne hieraus in Deutschland der Besteuerung unterworfen. Das Finanzamt verlangt die vollständige Angabe sämtlicher Einkünfte.

Mögliche steuerliche Einordnungen

1. Privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG)

Sollten Prediction-Market-Positionen als Vermögensgegenstände (vergleichbar mit digitalen Währungen) behandelt werden, finden die Bestimmungen zu privaten Veräußerungsgeschäften Anwendung:

  • Haltefrist: Erträge sind befreit, sofern zwischen Erwerb und Realisierung/Beendigung ein Zeitraum von über zwölf Monaten verstrichen ist
  • Freigrenze: 1.000 Euro jährlich (seit 2024 angehoben von 600 Euro)
  • Steuersatz: Individueller Einkommensteuersatz (bis zu 45% zuzüglich Solidaritätszuschlag)

2. Sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG)

Werden Prediction Markets als Wettform oder Glücksspielaktivität klassifiziert:

  • Freibetrag: 256 Euro im Jahresverlauf
  • Übersteiger: Vollständige Besteuerung zum individuellen Einkommensteuersatz
  • Verlustausgleich: Nur zwischen Einkünften derselben Kategorie möglich

3. Gewerbliche Einkünfte (§ 15 EStG)

Sollte ein intensiver, kontinuierlicher Handelsumfang vorliegen, kann die Finanzbehörde eine gewerbliche Betätigung feststellen. Anhaltspunkte hierfür sind:

  • Umfangreiches Transaktionsvolumen (>100 Transaktionen pro Jahr)
  • Prediction Markets als primäre Einkommensquelle
  • Einsatz von professionellen Plattformen und automatisierten Systemen
  • Organisierte, planmäßige Vorgehensweise

Praktische Tipps für die Steuererklärung

  1. Erfassen Sie alle Vorgänge: Jeden Handel mit Zeitpunkt, Marktbezeichnung, Position (JA/NEIN), Betrag in USDC, Umrechnung in EUR
  2. Notieren Sie Wechselkurse: Der EUR/USDC-Kurs zum Zeitpunkt jeder Transaktion ist ausschlaggebend
  3. Nutzen Sie Spezialsoftware: Anwendungen wie Koinly, CoinTracking oder Blockpit automatisieren die Erfassung von Transaktionsdaten
  4. Holen Sie Fachberatung: Ein Steuerberater mit Spezialisierung auf digitale Vermögenswerte bietet die größte Sicherheit

PolyGram-Steuerexport

PolyGram stellt einen integrierten Steuerexport im EU-MiCA-CSV-Format bereit. Alle Transaktionen werden mit genauen Zeitangaben, EUR-Umrechnungen und Ergebnissen ausgegeben — perfekt zur Weitergabe an Ihren Steuerberater.

⚠️ Dieser Beitrag ersetzt keine Steuerberatung. Wenden Sie sich an einen sachkundigen Steuerberater für Ihre konkrete Situation.

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Marc Jakob
Senior Editor — Vorhersagemärkte

Marc analysiert seit 2018 Prediction-Märkte und Krypto-Order-Flow. Schreibt für PolyGram über Marktstruktur, On-Chain-Settlement und regulatorische Entwicklungen.